Die Pellets-Brennwertheizung mit Wochenbehälter für 180 kg Holzpellets und der Scheitholzkessel Foresta wurde vom Team Minkau in Kleusheim installiert.

Energieeffiziente und gleichzeitig klimafreundliche Wärmeversorgung eines 250 Quadratmeter großen Zweifamilienhauses.

Im Zuge einer energetischen Sanierung ihres Heizungssystems entschied sich Familie Feldmann aus Olpe/Neuenkleusheim gegen ihre alte Ölheizung und stattdessen für eine Heizung mit Scheitholz-, Pellets- und Sonnenenergie.

Energieeffizientes Trio: Scheitholz, Pellets und Sonne

Energiesparen ist an vielen Stellen im Haushalt möglich. Ein besonderes Augenmerk sollte jedoch der Heizungsanlage gelten – immerhin machen die Warmwasserbereitung und Beheizung von Räumen rund 80 Prozent des Energieverbrauchs aus. Ältere Heizungssysteme entsprechen oft nicht mehr dem Stand der Technik und nutzen so den Energieträger nicht optimal. Neben der wirtschaftlichen Ineffizienz belasten sie gleichzeitig mit einem hohen Schadstoffausstoß die Umwelt.

Großes Potenzial für den Schritt in Richtung Energieeffizienz bietet eine Heizungsmodernisierung mit einer Hybridheizung. Sie ermöglicht es dem Eigentümer, flexibel auf verschiedene Energieträger zurückzugreifen. Ein Ansatz, den die Familie Feldmann aus Olpe-Neuenkleusheim innovativ und klimafreundlich in die Praxis umgesetzt hat. Hohe Fördermittel für den Umstieg auf das Heizen mit erneuerbaren Energien unterstützten sie in ihrem Vorhaben direkt zu Beginn.

 

Die regenerative Basis: Scheitholz und Pellets

Die in die Jahre gekommene Ölheizung und der dazugehörige Holzofen der Familie arbeiteten ineffizient und sollten ausgetauscht werden. Mit Blick auf ein zukunftsfähiges System traten die Feldmanns in den Kontakt zu dem Inhaber des Handwerksbetriebs Minkau – Heizung, Bäder, Energieberatung in Attendorn. Christian Klein ist auch qualifizierter Gebäudeenergieberater.

Die Wahl fiel zunächst auf einen modernen Scheitholzkessel mit einer Nennleistung von 25 Kilowatt. Aus gutem Grund: Die sechsköpfige Familie profitiert von effizienter Technologie, die sich mit einer positiven Umweltbilanz sehen lassen kann. Seit 2017 dürfen installierte Scheitholzkessel ab 4 Kilowatt, laut Bundesimmissionsschutzverordnung, nur noch 20 Milligramm Staub und 400 Milligramm Kohlenmonooxid pro Kubikmeter in die Umwelt abgeben. Kein Problem für die Eigentümer: Mit dem Scheitholzkessel FORESTA von Paradimga werden die Vorgaben mit 9,6 Milligramm Staub und 131 Milligramm Kohlenmonoxid (bei Nennleistung) weit unterschritten. Befüllen können sie den Kessel bequem von vorn mit trockenem, naturbelassenem Stückholz. Dabei ist es wichtig, dass der Energieträger stets eine Restfeuchte kleiner als 20 Prozent aufweist, um hohe Schadstoffemissionen zu vermeiden.

Ergänzt wird der Scheitholzkessel von einer vollautomatischen Pellets-Brennwertheizung mit 18 Kilowatt. Das gute an Kesseln mit Brennwerttechnik, wie der installierte PELEO OPTIMA: sie benötigen weniger Holzpellets im Betrieb, denn die im Abgas gebundene Wärmeenergie wird dem System zurückgeführt und nutzbar gemacht. Das bedeutet für die Familie, dass sie bis zu 15 Prozent ihrer Heizkosten einsparen können. Ein weiterer Vorteil: Der Holzpellets werden automatisiert zugeführt – via Vakuumsaugsystem. Da dieses den Transport der Pellets über bis zu 20 Meter Entfernung erlaubt, können die gepressten Restprodukte aus der Holzindustrie in einem Gewebesilo im Kellerraum nebenan gelagert werden. Viel Komfort für die Familie, der durch eine automatische Ascheaustragung erweitert wird. Mit einer reinen Kesselfläche von jeweils unter einem Quadratmeter sind die beiden Kessel sehr kompakt und lassen viel Platz in den Kellerräumen für Fahrräder, Gartenmöbel und Co.

Mit dem Umstieg auf den nachwachsenden und regional verfügbaren Rohstoff Holz sind die Eigentümer im Gegensatz zum Heizen mit Öl kostengünstig unterwegs und unabhängig von fossilen Brennstoffen und ihren Preisschwankungen. Holzpellets und Scheitholz werden schwefelfrei und CO2-neutral verbrannt. Beim Verbrennen des Holzes wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie der Baum während seiner Lebenszeit aufgenommen hat. Mit ihrem Holzwärmesystem kombinieren die Eigentümer so auf komfortable Weise Klimafreundlichkeit mit Energieeffizienz.

Effizienz-Potential bestmöglich ausschöpfen mit Solarthermie

Im Sommer und in den Übergangszeiten deckt jedoch nicht das Holzkessel-Duo den Wärmebedarf der sechs Feldmanns, sondern die Sonne. Für warmes Wasser zum Duschen und Kochen sorgen zwei Solarmodule des Typs STAR mit insgesamt 10 Quadratmeter Bruttokollektorfläche auf dem Dach des Zweifamilienhauses.

Die Eigentümer nutzen das innovative Prinzip einer Hybridheizung, indem sie auf die kostenlose Energie der Sonne zurückgreifen, um Pellets und Scheitholz einzusparen. Familie Feldmann setzt auf Kollektormodule mit parallel verlaufenden Vakuumröhren, die jeweils aus einer äußeren und einer inneren Glasröhre bestehen. Das Vakuum zwischen diesen erzeugt eine Isolierung, die die eingefangene Wärme nicht mehr entweichen lässt. Die unter den Röhren liegenden, parabolisch geformten CPC-Spiegel, lenken die Sonnenstrahlen im optimalen Winkel auf die Absorberschicht der Glasröhren. Auch in Übergangszeiten und im Winter können die beiden Haushalte so die kostenlose Sonnenwärme effektiv zur Heizungsunterstützung nutzen.

Mit ihrer Solarthermieanlage von Paradigma heizen sie nicht nur emissionsfrei, sondern auch klimafreundlicher. Denn als Wärmeträgermedium kommt statt eines chemischen Glykol-Wassergemischs ungiftiges, reines Wasser zum Einsatz. Die Firma Minkau konnte so die Solarthermieanlage dadurch ganz einfach in den bestehenden Heizkreislauf der Holzheizung einbinden, ohne dass ein zusätzlicher Solarkreislauf notwendig war. Das sparte Kosten bei der Installation, aber auch langfristig in puncto Wartung.

Das klimafreundliche und wirtschaftliche Hybridsystem wird von einem großen Pufferspeicher ergänzt, der das erwärmte Heizungswasser bevorratet und über eine Frischwasserstation die hygienisch einwandfreie Bereitstellung von Warmwasser zu dem Zeitpunkt ermöglicht, an dem es benötigt wird.

 

Förderbeträge senken Investitionskosten

Das innovative Heizungssystem erlaubt es der Familie Feldmann, umweltbewusst zu heizen und langfristig richtig Geld zu sparen. Kosteneinsparungen erfuhren sie aber bereits vor dem Betrieb der neuen Heizungsanlage im Herbst 2019. Da ihr alter Heizkessel nicht älter als 30 Jahre war, konnten sie Fördermittel des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Anspruch nehmen. In Verbindung mit dem Förderprogramm progres.nrw des Bundeslands Nordrhein-Westfalen konnten die Feldmanns insgesamt 15.000 Euro sparen. Auch bei der Beratung und Beantragung zu den Förderungmöglichkeiten stand die Firma Minkau mit Rat und Tat zur Seite.

Die Solarthermieanlage arbeitet wie ein zweiter Heizkessel auf dem Dach und versorgt das Zweifamilienhaus ganzjährig mit kostenloser Sonnenwärme. Für optimale Solarerträge sorgen die Vakuumröhrenkollektoren mit ihrer hervorragenden Isolierung nach dem Thermoskannenprinzip.

Der CPC-Spiegel unter den Vakuumröhren lenkt das Sonnenlicht im optimalen Winkel auf die Absorberschicht in der Röhre, diese leitet dann die Wärme auf das in der Röhre zirkulierende Wasser weiter. Auch bei diffuser Sonneneinstrahlung und bedecktem Himmel werden so sehr gute Wärmeerträge erzielt. Bild: Paradigma.

Im Pellets-Gewebesilo befindet sich ein Vakuum-Saugsystem das automatisch und bedarfsgerecht dem Pelletskessel die Holzpellets zuführt.